Leonie ist seit dem 08. März 2008 bei uns. Wir haben sie aus dem Tierheim Kranenburg-Mehr. Sie kommt ursprünglich aus Spanien (ganz genau aus Teneriffa), wurde ca. im Dezember 2006 geboren.
Leonie ist eine Galga-Podenca-Mischung - Malinois scheint auch dabei zu sein; ein schon eigenartiger Mix. Das Schüchterne vom Galgo, das Stursein und Katzenartige vom Podenco. Die Fledermausohren sind auch Galgo-mäßig abklappbar; passiert bei großer Freude und leider auch, wenn sie Angst hat. Leonie wurde mit ihren Geschwistern von englischen Touristen aus einem Wassertank herausgefischt, sollte offenbar ersäuft werden. Das südländische Volk ist ja leider höchst "nett" zu manchen Vierbeinern. (Ehrlich gesagt, wir würden nie in solchen Ländern Urlaub machen und solchen Armleuchtern - höflich formuliert -, die mit Tieren so unvorstellbar gemein umgehen, damit noch ihren Unterhalt usw. finanzieren!)
Vor lauten Kindern, Stöcken und Bällen flüchtet sie - kann man also erahnen, dass ihr dadurch auch schon mal Böses widerfahren ist. Leonie kam dann irgendwann nach Deutschland und landete im Kranenburger Tierheim, das so genannte Tierheim ohne Gitter. Dort werden die Tiere nicht in Einzelzwingern gehalten, sondern frei in Rudeln, wo sie sich in die Sozialgemeinschaft integrieren und auch bedeutend offener auf die Menschen zugehen.
Im Tierheim selbst gab sich Leonie uns gegenüber zwar zurückhaltend, aber doch relativ aufgeschlossen. Kaum hier Zuhause angekommen, zeigte sich, dass sie sehr ängstlich und scheu war und so gut wie gar nichts kannte. Alle Geräusche, egal ob das Ticken der Wanduhr, das Piepen des Handys, Geräusche im Haus oder im Haushalt überhaupt, wurden ängstlich zur Kenntnis genommen, mit schief gelegtem Kopf und aufgestellten Ohren. Spaziergänge: Immer auf dem Sprung, immer geduckt, immer ein gehetzter Blick rückwärts, wenn weit entfernt andere Leute oder Hunde liefen.
Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen unserer- und ihrerseits hat sie sich gut an diese Sachen gewöhnt. Allerdings erschreckt sie sich immer noch vor allen plötzlichen Geräuschen und ist stets darauf bedacht, eventuell flüchten zu können.
Mit der Zeit wurde sie uns gegenüber auch aufgeschlossener; wenn es heute raus geht, kommt sie freudig zu uns, anfangs schlich sie geduckt zu uns oder suchte direkt das Weite.
Leckerchen nahm sie erst gar nicht bzw. dann sehr zurückhaltend; heute ist sie ein "Allesfresser", der sich überall durchschnorrt und bettelt.
Ein großes Problem war anfangs, ihren Rhythmus für die Gassi-Runden zu finden. Teils hielt sie Stunden lang ihr kleines Geschäft ein, das große Geschäft oftmals bis zu 2 Tagen, obwohl wir regelmäßige Runden drehten. Natürlich ist auch mal in der Wohnung eine Panne passiert, dass sie eine Pfütze machte. Auf den Fliesen oder dem PVC-Boden kein Problem.
Aber nach einiger Zeit war Leonie stubenrein und natürlich weiß sie genau, wann ihre Ausführ-Zeiten sind.
Übrigens hatte Leonie am Anfang eine Mordsangst vor der Katze Der erste Kontakt: Mausi schaut aus ihrem Schlafplatz im Wäscheregal hervor, Leonie erblickt Mausi, springt entsetzt rückwärts und ergreift die Flucht. Dabei hatte Mausi gar nichts gemacht und auch keinerlei Aggression Leonie gegenüber gezeigt. Mittlerweile laufen solche Hund-Katze-Begegnungen ganz ruhig ab, ohne Ängste, Fluchten usw. Inzwischen mögen sie sich ganz gut leiden; jeder weiß, dass der andere mit dazu gehört.
Im April 2008 gaben wir Leonie eine Bachblüten-Mischung gegen Angst mit ins Futter.
Zufall oder nicht, jedenfalls hatte sich exakt ab diesem Zeitpunkt ein für uns und Leonie schon sehr großer Fortschritt ereignet:
Sie kam nachmittags/abends, wenn wir alle im Schlafzimmer auf dem Bett vor dem Fernseher rumlümmelten, zu uns auf's Bett gekrabbelt, legte sich dazu und ließ sich sogar streicheln
Oft zeigte sie auch, dass es ihr gefiel. Wenn wir dann z.B. Pause machten, blickte sie uns an, als wollte sie sagen, macht weiter! Das war schon ein großer Schritt vorwärts, über den wir uns natürlich wahnsinnig gefreut haben!!!
Mittlerweile kommt Leo oft genug zu uns und fordert von uns Streicheleinheiten ein. Sie ist da wie eine Katze; wenn sie will, dann zeigt sie uns das ganz deutlich.
Wenn sie nicht will, setzt sie ihre genervte Miene auf, so dass wir sehen, dass sie sich "belästigt" fühlt LACH und somit lassen wir sie in Ruhe oder sie lässt uns stehen und geht einfach an einen anderen Platz.
Seit Ende Mai/Anfang Juni 2008 arbeiten wir mit ihr auf dem Windhunde-Auslauf in Gladbeck in einer kleinen Gruppe mit so genannten Angsthunden, die alle erst lernen müssen, Vertrauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Das klappt ganz prima und sie macht ständig Fortschritte.
Dennoch hat so ein ehemaliger Angsthund immer einen gewissen Weg vor sich und wir ebenfalls. Da wird immer viel Geduld gefragt sein, bis sie hoffentlich eines Tages ein Hund ohne Ängste ist, der sich überall frei und ungezwungen bewegt und verhält - obwohl es eher realistisch scheint, dass gewisse Ängste immer in ihr schlummern und auch wieder hochkommen werden in Stress-Situationen.
Das ist Leonie, kurz Leo genannt:





